Female Empowerment - yeah

Frauen brauchen Female Empowerment!

“Hört auf zu jammern, Frauen. Macht einfach.”

Das sagt Celine Flores Willers in ihrem Gastbeitrag in der WELT.

Als Influencerin und Speakerin hat sie eine starke Stimme, viele Follower und sie bewegt die junge Generation, die sich aufstellt für eine hoffentlich gleichberechtigte Zukunft und für paritätisch besetzte Führungsetagen. Great work!

Ich kann Celine Flores Willers gar nicht genug für ihren Gastbeitrag in der WELT danken! Sie sagt: “ Hört auf zu jammern, Frauen. Macht einfach.” Einfach machen und nicht zu viel nachdenken oder an uns “rumzweifeln”. Vertrauen auf das, was wir sind und was uns ausmacht und an uns und unsere Fähigkeiten glauben.

Sprache erzeugt Bilder

Sprache ist ein hohes Gut: Sie erzeugt Bilder im Kopf, schafft Möglichkeitsräume für das, was geht und vielleicht erstrebenswert ist im Leben und sie wirkt auf unsere Einstellungen zum Leben, zu den Dingen – in unser (Unter-)Bewusstsein.

Die sprachliche Betonung auf FEMALE und FRAUEN erzeuge nach Celine´s Ansicht Schmerz und bewirke das Gegenteil: Frauen fühlten sich eher bedrängt davon, empfänden sich als nicht gut genug und nicht jede Frau strebe eine Führungsposition an. So zögen sie sich immer mehr zurück und hätten keine Lust mehr auf den Chefsessel.


Dem stimme ich bedingt zu. Die sprachlichen Bilder führen zu Emotionen und Emotionen veranlassen uns zum (Nach-)Denken und schließlich zum Handeln oder eben zum Nichthandeln. Das größte Problem sind nicht die vielen “Frauen-Programme”, die uns im Moment überschwemmen. Sie sind prinzipiell tatsächlich hilfreich. Gefährlich ist die ständige Betonung darauf, dass wir gefördert und an die Hand genommen werden müssten und dass das ständig thematisiert wird. Dadurch schrillt in unserem Unterbewusstsein die Alarmglocke: 

Obacht – Du wirst als Minderheit gesehen und musst immer und immer wieder eine Schippe drauflegen. 

Auch wenn das sicher nicht pauschal so gemeint ist, fühlen wir uns angegriffen und klein gemacht. Klar sagen viele jetzt sicher: Hausgemacht. Denn wenn jemand ständig gegen eine Wand rennt, bekommt er blaue Flecken. Hausgemacht? Bedingt.


Die Sprache können wir durchaus in den Griff bekommen, wenn wir behutsam und achtsam mit ihr umgehen. Wichtige  Initiativen wie der Frauenförderplan, die Führungsquote, diverse Frauenförderprogramme und all die Ratschläge für
weibliches Führungsverhalten könnten auch anders benannt werden. Vom Ziel ausgehend. Warum nicht darüber sprechen, dass wir gemeinsam an einer besseren Unternehmenskultur arbeiten wollen? 

An paritätischer Besetzung der Führungsetagen? Warum reden wir nicht darüber, wie wir gemeinsam die Digitalisierung stemmen können – nicht mit IT, sondern mit dem wichtigsten Gut eines Unternehmens: Den Mitarbeitenden mit all ihren diversen Persönlichkeiten. Das wäre doch mal eine Idee!


Und natürlich die wichtige Frage: Warum gibt es all die “Förderprogramme” nicht explizit für Männer: Männerförderpläne, Männerförderprogramme, Männernetzwerke?

Female Empowerment ist richtig
Female Empowerment - yeah
Female Empowerment - Auf´s Treppchen - hoch und runter

Gleichberechtigung UND Female Empowerment

Celine Flores Willers ist der Meinung, Female Empowerment sei mehr ein toxischer Hype als eine Hilfe für Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Im Gegensatz zu ihr, stehe ich hinter Female Empowerment und bin überzeugt davon. So sehr, dass ich das Empowern von Frauen zu meinem Beruf gemacht habe.

Warum nehmen denn so unendlich viele großartige Frauen an Seminaren und Workshops teil, in denen wir (endlich) unsere weibliche Führungspersönlichkeit weiterentwickeln mit allen Ecken und Kanten und ein für alle Mal in der Führung etablieren? Warum gibt es immer mehr Coaches nur für Frauen im Business?

Weil wir sie brauchen – die Seminare, Workshops und Coaches sowie die Unternehmen, die offen und bestimmt in die digitale Zukunft schauen und auf die Softskills ihrer Mitarbeitenden vertrauen, sie aufbauen und etablieren – egal, ob weiblich, männlich oder divers. Die Zeit ist sowas von reif! Frauen sind endlich offen für mehr Sichtbarkeit und Positionierung. Wir haben endlich begriffen, dass wir mit unserer Art zu sein die Führungskultur revolutionieren können – gemeinsam mit Menschen jeglicher Couleur und Geschlechts. Führungs- und Unternehmenserfolg lebt von diversen Persönlichkeiten und unterschiedlichen Meinungen und Ansichten.

Wir brauchen Female Empowerment. Männer mussten früh lernen, sich zu behaupten und zu positionieren. Sie haben sich schon immer das genommen, was für ihr Fortkommen wichtig war. Und das ist auch gut so! Sonst wären wir vermutlich nicht dort, wo wir heute sind. Von Männern können wir dahingehend viel lernen. Wir Frauen müssen dieses Plateau jedoch erst einmal erreichen. 

Und das tun wir, indem wir gemeinsam Führung erleben und lernen, wie das geht. Indem wir uns gegenseitig “empowern” und bestärken. Das zu lernen ist keine Schwäche – im Gegenteil. Es zeugt von Empathie und Loyalität auf höherer Ebene. Denn wir wollen die Führungsetagen nicht alleine rocken, sondern in divers aufgestellten Teams, in denen sich Menschen ergänzen – so wie sie sind.

Female Empowerment und Female Leadership sind DIE wichtigsten und essentiellsten Werkzeuge für die Führung in digitalen Zeiten. Es geht jedoch nur gemeinsam. 

Die Frauen, die ich kenne und mit denen ich zusammenarbeite, fühlen sich bestärkt, verstanden und finden den Mut, mit ihrer Persönlichkeit voranzuschreiten und selbst zum Vorbild zu werden. 

Female Empowerment ist eben nicht gleichzusetzen mit “Boop-Shirts” oder medialer Inszenierung. Das ist aus meiner Sicht ein Missverständnis. Es ist vielmehr eine Bewegung, die uns Frauen Mut macht, unsere  Persönlichkeit vollends auszuleben und uns endlich zu nehmen, was uns zusteht. 

Female Empowerment kann sehr wohl etwas an unserer Einstellung ändern. In dem Punkt, dass es nichts ausrichten kann, hat Celine Flores Willers unrecht.

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