Coaching, Frauen in Führung

Erfolgsfrage: Flexibel handeln oder starr an Zielen festhalten?

Bevor Du die Frage für Dich beantwortest, geh doch kurz in Dich und überlege, was flexibles vs. unflexibles Handeln für Dich bedeutet.

Bist Du flexibel, wenn Du stets Deine Richtung änderst, auf andere reagierst und Dich freust, dass andere sich über Deine Flexibilität freuen?

Bist Du andersherum unflexibel, wenn Du auf Teufel komm raus alles tust, um das, was Du Dir vorgenommen hast, auch erreichen zu wollen?

Wo ordnest Du Dich ein? Oooohhhh, denk jetzt nicht, dass Du mir mit Deiner Antwort imponieren musst. Beantworte sie ehrlich und frei von der Leber weg.

Ich verrate Dir am Ende des Beitrags, wo ich mich einordne.

Der kleine feine Erfolgs-Unterschied

Erfolgreiche Menschen handeln und agieren – tadaaaa – unflexibel. Ja, Du liest richtig. Lass es mich erklären.

Wenn ich von erfolgreichen Menschen spreche, dann meine ich Menschen, die in ihrem Leben irgendwann einmal eine Entscheidung getroffen haben. Eine solche Entscheidung könnte zum Beispiel lauten:

“Ich möchte in die Vorstandsetage meines Unternehmens, denn ich habe keine Lust mehr die zweite Geige als Abteilungsleiterin zu spielen.”

DAS ist eine Entscheidung! Wer sich für einen solch konkreten Schritt entscheidet, überlegt sich im zweiten Schritt, wie dieses hohe Ziel erreicht werden kann. Dann hat die Person im besten Fall ein Strategiegerüst und macht sich auf den Weg.

Erfolgskiller Flexibilität

Diesen Weg verfolgt sie. Oder anders gesagt: Sie hat sich entschieden, weibliches Mitglied des Vorstands des Unternehmens zu werden, in dem sie schon lange arbeitet. Sie möchte viel stärker gesehen werden und möchte endlich die Wertschätzung erhalten, die ihr zusteht.

Somit hat sie ein großes Ziel. Die Entscheidung zweifelt sie nicht eine Sekunde an. Doch der Weg dahin ist natürlich gesäumt von kleinen und großen Steinen.

Doch auch das bringt diese Frau, die weiß, was sie will, nicht davon ab, dieses Ziel erreichen zu wollen. Wie sie dorthin kommt, ist absolut zweitrangig. DASS sie dorthin kommt, ist glasklar.

Erfolgskiller Flexibilität

Nun stell Dir vor, die kleinen und großen Steine auf ihrem Weg sind Chefs anderer Abteilungen, Projekte, Mitarbeiter, Freunde, Familie… Sie alle haben aus deren Sicht bessere Aufgaben für sie oder zweifeln ihre Entscheidung an. Nun könnte sie flexibel darauf reagieren und denken, dass sie ja irgendwie recht haben und sie vielleicht doch den anderen Job annehmen sollte, der auch ziemlich hochdotiert ist. Dort würde sie auch Anerkennung bekommen. Doch täte sie das, verlöre sie ihr Ziel, weibliches Vorstandsmitglied zu werden, aus den Augen, finge an, wankelmütig zu werden und entfernt sich immer mehr von der Erfüllung ihrer Träume.

Flexibilität ist also kein guter Freund. Im Gegenteil – Flexibilität ist bei solch wichtigen Entscheidungen überhaupt kein Vorteil, sondern eher hinderlich.

Nur mit radikaler Inflexibilität kannst Du erfolgreich Deine Ziele erreichen. Sicher kannst Du auf dem Weg dorthin flexibel agieren (nicht zu verwechseln mit re-agieren).

Doch warum ist das so? Gründe für Inflexibilität

Rolf Dobelli hat in seinem Buch “Die Kunst des guten Lebens” sehr plausible und nachvollziehbare Gründe aufgeführt.

Erstens: Entscheidungsmüdigkeit

Wer ständig neue Entscheidungen treffen muss oder denkt, sie treffen zu müssen, büßt enorm an Willenskraft ein. Das Hirn wird entscheidungsmüde und tut das, was am bequemsten und einfachsten ist: Es gibt nach.

Coachingtipp

  • Entscheide schnell und stehe zu Deiner Entscheidung und Deinem Ziel.
  • Schreibe auf, was Du bist, wenn Du dort angekommen bist. Schreibe positiv und tue so, als wärst Du schon dort. Zum Beispiel: “Ich bin ein erfolgreiches und hoch angesehenes Vorstandsmitglied, das gewertschätzt und respektiert wird.”

So machen das beispielsweise auch Sportler. Arnold Schwarzenegger sagte mal in einem Interview, dass er in seinen Bodybuilder-Zeiten beim Training überhaupt nicht auf andere Leute reagierte. Selbst als sie vor ihm standen und mit ihm reden wollten – Arnie zog stur und stramm sein Programm durch.

Warum? Weil er es sich zum Ziel gesetzt hatte, der beste Bodybuilder der Welt zu werden und er sich selbst geschworen hatte, dies zu sein.

Gelübte oder Selbstversprechen sind deswegen so sinnvoll, weil Du keine Vor- und Nachteile mehr abwägen musst – Du hast Dich ja bereits entschieden, Dein Ding durchzuziehen. Und Dein Gehirn braucht nicht mehr darüber nachzudenken.

Zweitens: Reputation

Inflexibilität ist deshalb so wertvoll, weil Du durch sture und konsistente Unnachgiebigkeit signalisierst, dass es nichts zu verhandeln gibt. Du vermittelst Souveränität und machst Dich bis zu einem gewissen Grad unangreifbar.  Im Übrigen beweist Du Dir selbst, dass Du zu Deinem eigenen Wort stehst, was wiederum Dein Selbstbild und Deinen Selbstwert steigert.

Coachingtipp

  • Sobald Du für Dich eine wichtige Entscheidung getroffen hast, schreibe Dir ein Versprechen oder ein Gelübte.
  • Formuliere positive Sätze oder Glaubenssätze, die Dich dabei unterstützen, Dein Ziel immer zu verfolgen. Zum Beispiel: “Ich bin konsequent in der Erreichung meiner Ziele. Ich bleibe mir und meinen Zielen treu, komme was wolle. Ich bin stark. Ich bin verbindlich. Ich bin ehrlich.”
  • Halte kompromisslos an Deinem Versprechen fest und lass Dir nicht reinreden.
  • Sei Arnie 😉

Was viele also als richtig und wichtig erachten, ist auf der beruflichen Ebene – wenn Du etwas erreichen möchtest – tödlich.

Verbanne die Flexibilität aus diesem Lebensbereich und gehe Deinen Weg!

Ich übrigens habe mir jahrelang eingeredet, immer flexibel zu sein, obwohl ich für die meisten meiner Lebensbereiche Gelübte, Rituale und große Ziele habe, in die ich mir nicht reinreden lasse. Seitdem ich mich zu den unflexiblen Handelnden bekannt habe, bin ich erfolgreicher denn je! Denn meine Konsequenz zeugt von Stärke, meine Meinung wird geschätzt und ich habe an Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwert gewonnen. Denn ich halte die Versprechen, die ich mir gebe.

Eine starke Meinung schützt nicht vor gläsernen Decken
Fokus
Führungserfolg durch Inflexibilität
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